Spermaqualität leidet unter Pestizidrückständen

Was hier verteilt wird, ist nicht nur für Insekten schädlich. Foto: sima - Fotolia.com

Viel Obst und Gemüse zu essen, ist nicht immer gesund - jedenfalls, wenn die Nahrungsmittel pestizidbelastet sind. Die Giftstoffe können sogar einen Kinderwunsch zunichte machen.

In einer neuen Studie ging der Verzehr von Obst und Gemüse mit hohen Konzentrationen von Pestizidrückständen bei Männern, die sich in einer Kinderwunschklinik vorstellten, mit einer geringeren Spermien-Gesamtzahl und einem geringeren Prozentsatz morphologisch normaler Spermien einher. Die Exposition gegenüber Pestiziden bei der Arbeit oder umweltbedingt war bereits zuvor mit einer geringeren Samenqualität in Verbindung gebracht worden.

In die Studie wurden Männer aus der Environment and Reproductive Health (EARTH) Study einbezogen, einer laufenden prospektiven Kohorte an einer akademischen Fertilitäts­klinik. 155 männliche Partner von subfertilen Paaren gaben 338 Samenproben zwischen 2007 und 2012 ab.

 

Die Samenproben wurden über einen Zeitraum von 18 Monaten nach der Abklärung der Ernährung gesammelt. Die Spermienkonzentration und Motilität wurden per Computer-Aided Semen Analysis (CASA) evaluiert. Früchte und Gemüse wurden als mit stark oder gering bis mittelschwer pestizidbelastet eingestuft. Lineare gemischte Modelle wurden ein­gesetzt, um den Zusammenhang zwischen Obst- und Gemüsekonsum mit Spermienparametern zu analysieren, unter Berücksichtigung intrapersonaler Korrelationen über wiederholte Proben hinweg, wobei potenzielle Störfaktoren berücksichtigt wurden.

Die Auswertung zeigte, dass der Gesamtverzehr an Obst und Gemüse nicht mit Parametern der Samenqualität zusammenhing. Jedoch beobachteten die Autoren um Yu Han Chiu von der Harvard T.H. Chan School of Public Health, dass ein hoher Verzehr von stark belastetem Obst und Gemüse mit einer schlechteren Samenqualität assoziiert war. So hatten im Durchschnitt Männer in der höchsten Quartile des Verzehrs von stark pestizidbelastetem Obst und Gemüse (≥1,5 Portionen/Tag) eine um 49 Prozent geringere Spermienzahl (95%-Konfidenzintervall [KI] 31–63%) und einen um 32 Prozent (95%-KI 7–58%) niedrigeren Prozentsatz morphologisch normaler Spermien als Männer in der niedrigsten Verzehr-Quartile (<0,5 Portionen/Tag) (P, Trend = 0,003 respektive 0,02). Der Verzehr von wenig bis mäßig mit Pestiziden belastetem Obst und Gemüse war mit einem höheren Prozentsatz morphologisch normaler Spermien assoziiert (PTrend=0,04).

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