Gehirne von Frauen verändern sich im Zyklus

Ob sich diese Beobachtungen auch auf den Menschen übertragen lassen, sollen weitere Studien zeigen. Darin werden zunächst die Ergebnisse dieser ersten Pilotstudie an einer großen Zahl an Probanden getestet. Anschließend wollen die Forscher die Auswirkungen auf das menschliche Verhalten unter die Lupe nehmen. „Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass Frauen in bestimmten Phasen ihres Monatszyklus besonders aufnahmefähig sind, könnte das möglicherweise für Therapien genutzt werden“, erklärte die Neurowissenschaftlerin. Diese könnten dann gezielt in die günstigsten Zeiträume gelegt werden, in denen die Frauen besonders gut in der Lage sind, Neues aufzunehmen.

Mit ihren Erkenntnissen legen die Neurowissenschaftler gleichzeitig die Grundlage für ihr übergeordnetes Ziel: Die neurowissenschaftlichen Zusammenhänge hinter der sogenannten Prämenstruellen Dysphorie, kurz PMDD, zu erforschen. Einer Erkrankung, unter der etwa jede zwölfte Frau in den Tagen „vor ihren Tagen“ betroffen ist. Sie leidet dann unter besonders starken körperlichen und psychischen Beschwerden, etwa an Antriebslosigkeit oder Stimmungsschwankungen, die einer depressiven Episode gleichen. „Um die neuronalen Prozesse hinter diesem Leiden zu verstehen, müssen wir zunächst herausfinden, welchem monatlichen Rhythmus das Gehirn gesunder Frau folgt. Erst dann können wir die Unterschiede zu PMDD-Betroffenen festmachen“, sagte die Studienleiterin Julia Sacher.

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